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Da stehst du. Deine schulterlangen schwarzen Haare sind nach Hinten zu einem Zopf gebunden, darunter gucken immer noch einzelne Strähnchen raus, die nicht im Zopfgummi gelandet sind. Dein dunkler Taint zeigt nicht etwa, dass du oft in der Sonne liegst, sondern lässt vermuten, dass du schon seit deiner Geburt eine solch fantastische Haut hast. Im Gesicht lassen sich ein paar hellere Flecken finden, nichts gravierendes, was du nicht mit deinem breiten Lächeln und deinen schmalen Lippen wett machen könntest. Deine Nase interessiert mich nicht, ich bin kein Nasentyp, würde mich aber jemand fragen, wie sie aussieht, würde ich sagen: Perfekt. Genauso wie deine Augen. Wahrscheinlich schminkst du dich, sehen tut man das jedenfalls nicht.
Dein grünes Top hat einen runden Ausschnitt, direkt unter dem Hals. Auch wenn der Ausschnitt nicht bis zum Busen reicht, zeichnet dieser sich doch deutlich im Stoff ab. Zwei schöne Brüste, nicht riesig, fast schon ein wenig zu klein, die sich vermutlich in einem Push-Up BH mir wundervoll entgegenstrecken. Ich muss mich dann manchmal beherrschen, um nicht darin zu versinken, als elendiger Starrer. Die Sehnsucht kämpft mit mir, meistens siegt mein Schamgefühl.
Dein Bauch ist leicht rund, fast ein wenig nach vorn gewölbt, was dich gerade während du sitzt als jemand zeichnet, der eine wundervoll normale Figur hat. Wahrscheinlich bist du eine der Personen, die so einen kleinen Gnubbel im Bauchnabel haben. Bestimmt hast du dir da auch ein Piercing machen lassen, als du fünfzehn warst. Zwischen Jeans und Top ist keine Stelle freier Haut, hier offenbarst du nur beim Sitzen dein wunderschönes Steißbein allen Leuten, die sich hinter dir befinden. Bei der Auswahl deiner Jeans beweißt du stets Geschmack, mal eine Levis im klassischen, figurbetonten Schnitt, mal einfache Jeans von H&M. Meist eng am Oberschenkel und nach unten mit einem ganz leichten Schlag, der über deinen Converse-Schuhen, und davon hast du wirklich viele, hin-und-her wackelt.
So stehst du da. Guckst dich um, immer wieder zur Band hin, die vorne spielt. Und legst den Arm um deinen Freund, der neben dir steht. Da wende ich mich lieber ab.

Es ist ja nicht so, dass ich ohne Gelegenheit wäre. Neulich habe ich ein unzweifelhaft eindeutiges Angebot bekommen. Claudia, Ende 20 und am anderen Ende Deutschlands wohnend, hat sich ganz schön aus dem Fenster gelehnt und mir schließlich per Mail mitgeteilt, dass sie mich erotisch findet. Eigentlich ist sie nicht mein Typ, sie ist mollig und stammt aus einer komplett anderen Welt als ich. Aber da ich nach ihrer Mail mehrere Tage mit einem Ständer rumgelaufen bin, oft an sie dachte und mich allein die Möglichkeit, bald Sex zu haben absolut faszinierte, sagte ich einem zweiten Treffen zu.
Beim zweiten Treffen kamen ihre Füße dann meinen nahe, sie versuchte zu flirten. Und ich wiegelte ab. Irgendetwas in mir schon einen Riegel vor, wie eine Schwelle über die ich nicht gehen konnte. Jetzt, wo sie vor mir saß, ging nichts Ich erklärte ihr lang und breit, warum das an mir und nicht an ihr liegt und wir verabschiedeten uns.
Sie hofft nun auf ein zweites Treffen in mehreren Monaten und ich werde bis dahin bestimmt nicht den Mut finden, ihr zu sagen, dass ein bisschen weniger Mikrowellenfutter und mehr Bewegung zu einer gemeinsamen Beziehung verhelfen könnten. Sie hat einige ziemlich zerrüttete Beziehungen hinter sich, ich fürchte, das könnte ihr den Hals brechen.
„Don’t dance with fat chicks“ hieß es mal in einer US-Serie, die ich öfters gucke. Diese Möglichkeit, meine Jungfräulichkeit zu verlieren, würde diesen Grundsatz jedoch brechen. Und irgendwie meine ich, etwas besseres verdient zu haben.

Ich liebe Analsex. Schon als noch 14 war habe ich mir während des Duschens etwas in den Hintern geschoben und mir vorn einen runtergeholt. Was ich erst als schwules Zeichen interpretierte ist einfach nur eine tierische anale Reizbarkeit. Natürlich hätte ich auch mal richtig Lust, von einem echten Schwanz genommen zu werden, mein Verlangen mit einer Frau Sex zu haben ist aber genauso groß (wenn nicht sogar noch größer).
Zwischendurch habe ich mein Verlangen ein wenig vergessen, mir nur vor Pornos einen runtergeholt, und vor wenigen Monaten dann wiederentdeckt, was anale Stimulation für ein Lustgewinn sein kann. Wieder habe ich mir oft Kerzen und Finger in den Hintern geschoben und alles da unten ganzschön gedeht. Nur eins hab ich nicht geschafft: Mich nur durch anale Stimulation zum Orgasmus zu bringen.
Neulich bin ich dann nach der Arbeit in die City gefahren, habe einen Block vor einem Sex-Shop gewartet und geschaut, wer da so rein und rausgeht. Als sich überhaupt nichts bewegte habe ich mir ans Herz gefasst und bin hinein. Und was seh ich? Drei tratschende Frauen hinterm Tresen und ansonsten normales Publikum, das durch den Laden schlendert. Natürlich hatte ich trotzdem die ganze Zeit einen steifen Schwanz, als ich mir die Dildos und den ganzen Rest anguckte. Die Pornos interessierten mich weniger, das Vibratorenregal war mein Begehren. Entschieden habe ich mich für einen biegsamen Dildo von DocJohnson, zum einen weil mir alles andere zu teuer war, zum anderen weil ich mir endlich etwas richtig großes, penisähnliches in den Arsch schieben wollte. Meine Erfahrungen damit gibts dann im nächsten Eintrag.

Nichts ist so, wie es sein sollte, aber vieles nähert sich dem langsam an. So auch die Freundschaft zwischen mir und Kathleen. Wir kennen uns von vor ein, zwei Jahren, als wir zusammen in der Freizeit in den selben Jugendclub gingen. Irgendwie überwinterte unser gemeinsamer Musikgeschmack, so dass wir heute ungefähr alle vier Wochen zusammen auf ein Konzert gehen oder uns beispielsweise zum Brunch treffen.
Das merkwürdige an der Beziehung: Wir haben uns scheinbar nichts zu sagen. So oft entstehen (zumindest für mich) peinliche Gesprächslöcher, ebenso oft versuche ich Gespräche anzukurbeln, zu konstruieren, und doch läuft alles immer auf einen finalen Satz heraus, nachdem das Gespräch beendet ist, wir uns nichts mehr zu sagen haben Und ich finde einfach nicht heraus, warum.
Liegen unsere Interessen ausserhalb der Musik wirklich so weit auseinander? Eigentlich sind schon durch unsere Arbeitssituation – sie studiert ein soziales Fach und ich arbeite im sozialen Bereich – genug Themen gegeben. Liegt etwas in der Luft, was erst ausgesprochen werden muss, um tiefer zu gehen? Steht sie gar auf mich? Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, warum eine hübsche, intelligente Frau mit großem Freundeskreis sich mit mir trifft, wenn wir uns nichts zu sagen haben. Und ich kann mir nicht vorstellen, warum eine hübsche, intelligente Frau auf mich stehen sollte. Intelligent mag ich auch sein, an meiner Schönheit zweifle ich.
Eigentlich kann ich mir gar nichts vorstellen. Und sehe absolut kein Zeichen von ihr, was sie sich vorstellt noch finde nicht den Anlauf, mal den tieferen Sinn unserer Treffen zu erfragen. Mit etwas Pech hat sie nämlich einfach kein Interesse an mir und will nur nicht allein zu Konzerten gehen. Und ich steh, weil ich etwas tieferes vermute, im Regen.

Konntet ihr all das im Sexleben umsetzen, was ihr in Pornos oder in eurer Fantasiewelt geil fandet? Wenn dem – ich nehme es jetzt einfach mal an – so wäre, würde ich auf rothaarige Frauen mit kleinen Brüsten stehen. Auch kleine Frauen, Indiebräute zumeist. Normale Figur, keine Wunder. Natürlich machen mich auch dickbusige Blondinen geil, aber nur auf einer sexuellen Ebene. Als Beziehungspartner eher undenkbar. Einige aus meiner alten Schule, aber auch viele <i>reifere</i> Frauen in der Mitte der zwanziger Jahre sind mein Typ. Ich steh auf Analsex, nein, halt, ordinärer. Ich stehe darauf, Frauen in den Arsch zu ficken, könnte mir ebenso vorstellen beherrscht zu werden wie selber Herrscher zu sein. BDSM? Lass es uns gerne versuchen.
Auch wäre es kein Tabu, mir von einem Mann einen blasen zu lassen, ebenso einen von hinten zu nehmen. Aber zum Thema Analsex kann ich auch noch ein anderes Kapitel aufschlagen, falls gewünscht.

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